Genre: Reggae
Release: 1980
Tipps: Zion Train, Could You Be Loved?, Redemption Song

Uprising – das bedeuted auf gut Deutsch etwa soviel wie Aufstand – kann zu dieser Zeit kein revolutionärer Name für ein Werk der Kunst mehr sein.
Zu viele haben bereits im Vorfeld von widerständisch aufmüpfenden Terminologien Gebrauch gemacht, und dabei nicht zuletzt vom politischen Zeitgeist profitiert, der nunmal jede Art der Rebellion vermissen lässt.
Durch Letzteren kam Langeweile unter der Masse auf, vielleicht auch Frust aus politischer Teilnahmslosigkeit. Zumindest stumpfte die doch bisher von unseren Vorgängergenerationen so sehr gepflegte revolutionäre Ader ab. Und so liegt es auch nahe, dass Künstler Heute nicht mehr aufgrund ihrer persönlichkeits-prägenden Erlebnisse und Überzeugungen zur Revolte auffordern (denn das haben sie beides nicht), sondern diese geschickt in den namhaften Werbeagenturen designed wird.
Doch “Uprising” ist kein Album von heute. Und “Uprising” stammt von keinem Wohlstandskind, das noch ein passendes Image gebraucht hat. “Uprising” stammt von niemand anderem als Bob Marley!
Moment mal, Bob Marley? Der, mit den erheiternden Grooves und fröhlichen Melodien, wo liegt denn da der Widerstand?
Könnte man entgegnen.
Doch genau dort trennt sich die Spreu vom Weizen. Der Künstler, der sich selbst auch als Rebell versteht, sich nicht nur als solcher inszeniert, ist authentisch. Die Musik Bob Marleys klingt positiv und fröhlich, aber das kann ihrer revolutionären Stellung nichts anhaben. Denn sie strahlt (besonders, wenn man auf die Texte achtet) nicht nur einen ganz besonderen Mut zur Veränderung,sowie Optimismus und Gelassenheit aus, sie kann auch für den friedlichen Aufstand, den Wertewandel und die Zusammengehörigkeit stehen, wenn es der Hörer so will. Bob Marley war ein konstruktiver Revoluzzer.
Das zeigt sich auch im eher optimistischen Teil des Albums, zu dem Titel wie “Pimper’s Paradise” (“don’t lose track of yourself”), “Coming in From The Cold”, der Klassiker “Could You Be Loved?”, sowie die eher religiös angehauchten “Zion Train” und “Forever Loving Jah” zählen.
Interessant ist auch der Song “Work”, der sich auf zwei gegensätzliche Arten verstehen lässt:
Der ersten, optimistischen Parole “We can make it work!” wird ein “Everyday is work” entgegengestellt, das eher Unmut über die Arbeit und ihr Ausmaß darstellt.
Um wieder zum Thema des Aufstands zurückzukehren, so markiert dieses Album einen kleinen Wendepunkt für den Reggaemusiker, der zum Schaffenszeitpunkt bereits erkrankt war. Es scheint, als wusste Marley, dass es sein letztes Werk wurde.
Der Song “Real Situation” zum Beispiel ist sehr pessimistisch:
“Check out the real situation:
Nation war against nation.
Where did it all begin?
When will it end?
Well, it seems like: total destruction the only solution,
And there ain’t no use: no one can stop them now.”
Genauso auch “We and Them”, das ein sehr klares, gegensätzliches Bild zweier “Parteien” zeichnet, die wohl keine Einigung mehr finden werden (“it’s too late”).
Zum krönenden Abschluss des Werks ist die rebellische Kraft jedoch wiederhergestellt: “Redemption Song” ist eine Akkustiknummer, die sich fast als Marleys Abschiedslied betrachten lässt, und mit der er sich ein Denkmal setzen sollte.
“Emancipate yourselves from mental slavery
None but ourselves can free our mind
Woh, have no fear for atomic energy
‘Cause none of them-a can-a stop-a the time
How long shall they kill our prophets
While we stand aside and look?
Yes, some say it’s just a part of it
We’ve got to fullfill the book
Won’t you help to sing
These songs of freedom?
‘Cause all I ever had
Redemption songs
All I ever had
Redemption songs
These songs of freedom
Songs of freedom”
Ein Jahr nach Veröffentlichung dieser Zeilen starb Bob Marley an Krebs. Alles was er uns gab, waren Lieder der Erlösung und Freiheit. Da hilft man doch gerne, mitzusingen!
Genre: Thrash Metal
Release: 2008
Tipps: The Formation of Damnation, F.E.A.R., The Evil Has Landed, More than meets the eye

Im Thrash Metal Genre sucht man heutzutage sehr lange, um richtige Perlen und Qualität zu finden. Nicht viel Neues gibt es zu hören, die meisten Bands wiederholen sich und gleichen einander sehr stark.
Anders Testament: Innovative, sehr technische Riffs, großartige Grooves und Hooks, Jazz angehauchte Metalsoli in Lichtgeschwindigkeit von Alex Skolnick – dieses Album ist alles andere als typisch!
Vorne dran: Chuck Billy an den Vocals, der selbst nach seiner Krebsdiagnose 2001 noch immer eine unglaublich Stimme hat und von Schwäche nichts verlauten lässt.
Auch der Klang des Albums ist sehr ausgewogen, jedes Instrument hat hier seinen Platz, klingt präsent und druckvoll!
Vermutlich das beste Thrash-Metal Album der 00’er!
Genre: Heavy Metal
Release: 2009
Tipps: Atom&Evil, Bible Black, Fear, Rock and Roll Angel

Heaven&Hell, das sind Black Sabbath mit Ronnie James Dio, gilt als eine der ältesten und beständigsten Heavy Metal Bands die es gibt.
Nach langer, 17 jähriger Recording-Pause und einigen Live Tourneen, sollte es auch im Studio wieder krachen, und das Ergebnis kann sich tatsächlich hören lassen.
Zu allererst sei die Produktion zu loben: Das Album klingt sehr rund, aber dennoch druckvoll und vor allem nicht zu Tode gemastert! Positiv fällt hier zusätzlich der optimistisch gemischte Bass auf, sodass sich Geezer Butlers durchaus lobenswerte Basslinien perfekt heraushören lassen – ein freudiges Erlebnis, dass heutzutage leider immer seltener wird.
Was die Gitarren angeht, kann Tony Iommi, vermutlich der größte “Riffer” aller Zeiten, selbstverständlich nur überzeugen, und auch seine Soli sind nicht zu verkennen.
Besonders gut gefällt mir auf dieser CD aber Ronnie James Dio, der den wirklich toll geschrieben Stücken seine eigene Note verleiht, und auch im hohen Alter von bereits 66 Jahren noch singt wie kein zweiter!
Alles in allem ein tolles Sabbath-Album, das sich in eine lange Erfolgsliste einreihen wird und dort durchaus seinen Platz verdient hat!
Genre: Blues Rock
Release: 2009
Tipps: Ballad of John Henry, Stop!,Last Kiss
![]()
Joe Bonamassa, 31 Jahre alt, spielt seit seinem vierten Lebensjahr, also knapp 27 Jahre lang Gitarre.
Seine Mission in seiner Solokarriere ist es, den Blues zu modernisieren und wieder aufregend und innovativ zu gestalten – was er, wie ich finde, auch schafft.
Mit seinem neuen Studioalbum, dem bereits siebten der Solokarriere, entwickelte sich vor allem sein Songwriting erneut ein kleines Stück weiter und es wird wie gewohnt auf eigenes und gecovertes Material zurückgegriffen.
Besonders als Gitarrist überzeugt Bonamassa sehr. Sein flüssiges, virtuoses und oft sehr emotionales Gitarrenspiel wird nur noch durch den Ton seiner Les Paul, von dem man einfach nicht genug bekommt übertroffen (man höre das Solo bei Jockey Full of Bourbon!).
An dieser Stelle erwähne ich auch gern abschließend Kevin Shirley, Produzent und Mann hinter dem Mischpult, der schon öfters mit Joe gearbeitet hat und dem dieser tolle Sound (des ganzen Albums) vermutlich anzurechnen ist.
Ein tolles Album, das einfach Spass macht!